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Montag. Neue Woche, alte Gedanken.

  Montag. Eigentlich der Tag, an dem man sich sagt: Neue Woche, neues Glück. Neustart. Frische Energie. Vielleicht wird diese Woche ja alles anders. Mein Körper hatte allerdings offenbar andere Pläne. Geschlafen habe ich wieder kaum. Irgendwie ist das mittlerweile schon fast keine Überraschung mehr. Man liegt im Bett, ist müde, aber der Kopf hat offensichtlich noch eine Nachtschicht eingelegt. Gedanken kommen und gehen, manche davon mehrfach. Was wird? Wann passiert endlich etwas? Wie geht es weiter? Irgendwann bin ich dann trotzdem aufgestanden. Ein kurzes Telefonat mit meinem Sohn. Nicht lange, aber gut. Manchmal reichen ein paar Minuten, um den Kopf zumindest für einen Moment in eine andere Richtung zu bringen. Danach: laufen. Nicht, weil ich heute besonders motiviert gewesen wäre. Sondern eher, weil ich wusste, dass ich es tun sollte. Also Schuhe an und los. Und ganz ehrlich: Ich musste mich heute ziemlich durchkämpfen. Die Beine wollten nicht so richtig. Der Kopf sowieso nicht...
  Sonntag. Dieser Gedanke an morgen. Die Nacht war unruhig. Immer wieder wach geworden, Gedanken im Kopf, die kommen und gehen und sich trotzdem nicht wirklich abschalten lassen. Der Morgen war dann deutlich besser. Ein entspanntes Frühstück mit meinem Sohn. Kein Stress, kein Zeitplan. Einfach zusammensitzen und den Moment genießen. Danach ein echter Lazy Day. Nicht viel vor, nicht viel passiert. Und genau das war vielleicht auch ganz gut. Bevor ich meinen Sohn wieder zurückgebracht habe, stand allerdings noch Mathe auf dem Programm. Sonntag eben – auch das gehört manchmal dazu. Jetzt ist er wieder weg, der Sonntag wird langsam ruhiger. Und natürlich kommt dann dieser typische Gedanke. Was passiert morgen? Wird es wieder eine Woche voller Warten, Hoffen und E-Mails ohne die Nachricht, auf die man eigentlich wartet? Oder passiert diese Woche vielleicht endlich mal etwas Positives? Ich weiß es nicht. Aber morgen geht es wieder los. Und vielleicht ist genau das manchmal alle...
  Ein ganz normaler Tag – und genau das war schön Ich habe mal wieder nicht besonders viel geschlafen. Gestern sind wir erst spät hier angekommen und irgendwie war der Kopf noch nicht bereit, einfach abzuschalten. Dazu dieser inzwischen schon bekannte unruhige Schlaf. Mehrmals wach geworden, wieder eingeschlafen, wieder wach geworden. Irgendwann war dann endgültig Schluss mit Schlaf. Ich war früh wach. Mein Sohn zum Glück noch nicht. Also erst einmal das, was zu einem guten Morgen gehört: Kakao für ihn, Kaffee für mich. Und natürlich habe ich schon kurz am Laptop nach Jobs geschaut. Das gehört mittlerweile fast automatisch zu meinem Morgen. Welche neuen Stellen gibt es? Was könnte passen? Wo kann ich mich bewerben? Eigentlich wollte ich den Kopf noch gar nicht so richtig mit diesem Thema beschäftigen. Aber ganz loslassen kann ich es eben auch nicht. Dann ging es zum Tennis. Das Wetter war einfach großartig. Sonne, angenehme Temperaturen und kein Grund, sich über irgendetwa...
Endlich Freitag Ich sitze auf der Tribüne und warte auf meinen Sohn, der gerade Tennis spielt. Und während ich hier sitze und dem Spiel zuschaue, denke ich: Eigentlich gehörst du doch auch mal irgendwo dazu. Im Moment habe ich dieses Gefühl allerdings nicht wirklich. Heute Morgen das übliche Programm: aufstehen, laufen gehen, duschen, einkaufen, an den Laptop setzen. Einfach weitermachen. Dann die E-Mails geöffnet. Keine Zusage. Keine wirkliche Absage. Eigentlich nichts – außer Werbung. Wieder irgendwelche Vorschläge von Portalen, bei denen mein Profil angeblich besonders gut zu einer Position passt. Manchmal muss ich darüber schmunzeln, manchmal ärgert es mich. Und manchmal werden mir Stellen vorgeschlagen, für die ich längst eine Absage bekommen habe. Es ist inzwischen zu einem täglichen Begleiter geworden. Kein besonders schöner. Und dann kam heute doch noch eine Absage. Ausgerechnet für eine Sache, die ich wirklich gerne gemacht hätte. Eine Position, die mir am Herzen lag und bei d...
  Wieder aufstehen Ich habe schlecht geschlafen. Sehr schlecht sogar. Ich bin immer wieder aufgewacht, hatte Albträume und irgendwann war ich einfach wach, viel zu früh. So früh, dass der Tag eigentlich noch gar nicht angefangen hatte, ich aber schon mittendrin war. Ich saß da und wusste nicht wirklich, was ich machen sollte. Dann habe ich mir irgendwann gesagt: Steh auf. Also bin ich laufen gegangen. Gott sei Dank. Das Wetter war gut, die Luft frisch und der Sonnenaufgang war wieder einmal so ein kleiner Moment, bei dem ich denke: Eigentlich ist das doch schön hier. Man muss manchmal nur rausgehen und hinschauen. Laufen tut mir ohnehin jedes Mal gut. Nicht unbedingt währenddessen, zumindest nicht immer. Heute musste ich mich erst einmal richtig durchkämpfen. Irgendwann, ungefähr auf der Hälfte der Strecke, habe ich mir einfach gesagt: Jetzt schaffst du es auch wieder zurück. Das war heute meine Motivation. Nicht: Alles wird gut. Nicht: Ich bekomme bestimmt bald einen Job. Sondern ...
  Heute war ein guter Tag – eigentlich Heute bin ich motiviert aufgestanden. Das klingt vielleicht nach nichts Besonderem. Für mich ist es das manchmal schon. Wenn man seit längerer Zeit auf Arbeitssuche ist, bekommt der Morgen eine andere Bedeutung. Es gibt Tage, an denen man schon beim Aufstehen darüber nachdenkt, welche Absage heute wohl im Postfach liegen könnte. Heute nicht. Keine Absage. Allerdings auch keine positive Nachricht. Also eigentlich ein ganz normaler Tag. Trotzdem habe ich mich hingesetzt und fünf Bewerbungen geschrieben. Fünf. Und wenn ich mir die Orte anschaue, könnte man fast meinen, ich würde gerade meine nächste Deutschlandreise planen. Die Stellen liegen irgendwo in der Republik verstreut. Von meiner ursprünglichen Wunschregion habe ich mich längst verabschiedet. Früher hatte ich noch Kriterien. Entfernung. Region. Wohnort. Lebensumfeld. Heute ist das Kriterium eigentlich nur noch: Passt die Stelle zu mir und habe ich überhaupt eine Chance? Alles andere wird...
 Ich bin 55. Und ich hätte nie gedacht, dass ich einmal an diesem Punkt stehen würde. Seit längerer Zeit bin ich auf Arbeitssuche. Mit jedem Monat wird die Frage drängender, wie es beruflich eigentlich weitergehen soll. Erfahrung habe ich genug – nur scheint sie auf dem Arbeitsmarkt nicht immer so viel wert zu sein, wie ich einmal geglaubt habe. Ich bin geschieden und lebe in einer anderen Stadt. Gleichzeitig zahle ich Unterhalt für meine Ex-Frau und mein Kind. Das Leben ist dadurch nicht nur emotional komplizierter geworden, sondern auch finanziell. Miete, Versicherungen, Unterhalt, alltägliche Kosten und alles läuft weiter, auch wenn das eigene Einkommen nicht mehr vorhanden ist wie früher. Besonders schwierig sind die Gedanken, die man nach außen nicht unbedingt zeigt. Selbstzweifel. Zukunftsangst. Die Frage, ob ich mit 55 beruflich noch einmal neu anfangen kann. Und manchmal auch schlicht die Frage, was man eigentlich mit einem Tag anfangen soll, wenn der Job fehlt und plötzlic...