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Ein ganz normaler Tag – und genau das war schön
Ich habe mal wieder nicht besonders viel geschlafen.
Gestern sind wir erst spät hier angekommen und irgendwie war der Kopf noch nicht bereit, einfach abzuschalten. Dazu dieser inzwischen schon bekannte unruhige Schlaf. Mehrmals wach geworden, wieder eingeschlafen, wieder wach geworden. Irgendwann war dann endgültig Schluss mit Schlaf.
Ich war früh wach.
Mein Sohn zum Glück noch nicht.
Also erst einmal das, was zu einem guten Morgen gehört: Kakao für ihn, Kaffee für mich.
Und natürlich habe ich schon kurz am Laptop nach Jobs geschaut. Das gehört mittlerweile fast automatisch zu meinem Morgen. Welche neuen Stellen gibt es? Was könnte passen? Wo kann ich mich bewerben?
Eigentlich wollte ich den Kopf noch gar nicht so richtig mit diesem Thema beschäftigen. Aber ganz loslassen kann ich es eben auch nicht.
Dann ging es zum Tennis.
Das Wetter war einfach großartig. Sonne, angenehme Temperaturen und kein Grund, sich über irgendetwas zu beschweren. Wir hatten richtig viel Spaß und haben eine ganze Weile gespielt.
Das Highlight des Tages waren allerdings nicht einmal unsere Schläge.
Mein Sohn hat neue Tennisbälle geschenkt bekommen.
Ich glaube, manchmal braucht es gar nicht viel, um einen Jungen glücklich zu machen. Neue Bälle – und schon ist die Motivation noch einmal eine andere. Ich fand es einfach schön, ihn so begeistert zu sehen.
Nach dem Tennis noch schnell einkaufen.
Pasta.
Mehr braucht es manchmal nicht.
Wieder zu Hause erst einmal duschen und dann in aller Ruhe frühstücken. Und genau das habe ich heute richtig genossen. Kein Zeitdruck, kein Termin, zu dem man unbedingt irgendwo sein muss. Einfach sitzen, essen, Kaffee trinken und ein bisschen zur Ruhe kommen.
Und tatsächlich konnte ich dabei für eine Weile komplett von der Jobsuche abschalten.
Das tut gut.
Denn normalerweise läuft das Thema ständig irgendwo im Hintergrund mit. Selbst wenn ich gerade etwas anderes mache, ist da diese Frage: Was kommt als Nächstes? Wann klappt es endlich?
Heute Vormittag war sie für ein paar Stunden einfach nicht so laut.
Danach ging es für mich natürlich mal wieder an den Laptop.
Ein bisschen arbeiten, aber natürlich auch wieder Jobs suchen. Stellenanzeigen durchgehen, Profile anschauen, überlegen, ob eine Position passen könnte. Manchmal verbringe ich damit eine ganze Weile, ohne überhaupt eine Bewerbung abzuschicken.
Aber auch das gehört mittlerweile dazu.
Mein Sohn hatte allerdings erst einmal eine andere Aufgabe: Mathe üben.
Begeisterung sieht anders aus.
Aber da mussten wir durch. Ein bisschen gemeinsam rechnen, erklären, wiederholen – und irgendwann war auch das geschafft.
Danach durfte er an die Xbox.
Online mit seinen Freunden.
Und wenn ich ehrlich bin, finde ich es schön, ihn dabei zu sehen. Natürlich könnte man jetzt anfangen mit Bildschirmzeit, Xbox und all den Dingen, über die Eltern sich Gedanken machen.
Aber er hat Spaß.
Er hat seine Freunde.
Und er ist glücklich.
Also soll er auch seinen Spaß haben.
Währenddessen war ich wieder am Laptop. Ein paar Jobs angeschaut, hier eine Stelle gespeichert, dort eine Bewerbungsmöglichkeit geprüft.
Und irgendwann habe ich gemerkt, dass ich eigentlich gar keine Lust mehr hatte, darüber nachzudenken.
Also Laptop zu.
Auch das muss manchmal sein.
Denn wenn die Jobsuche den ganzen Tag bestimmt, wird sie irgendwann selbst zum Problem. Man braucht zwischendurch Momente, in denen man einfach nur Sohn, Vater, Sportfan oder Koch ist.
Später dann die Sportschau.
Und danach haben wir noch gemeinsam gekocht.
Nicht, weil wir dabei ein Sterne-Menü zaubern würden. Ganz im Gegenteil. Es ist meistens ziemlich unkompliziert.
Aber wir stehen gemeinsam in der Küche, reden, machen irgendetwas zu essen und haben einfach Zeit.
Ich empfinde das jedes Mal als unglaublich entspannt.
Vielleicht liegt es daran, dass dabei nichts Besonderes passieren muss.
Man muss kein großes Programm haben.
Man muss keine besonderen Gespräche führen.
Man ist einfach zusammen.
Und während wir gekocht haben, war die Jobsuche plötzlich wieder ganz weit weg.
Keine Stellenanzeigen.
Keine Absagen.
Keine Gedanken darüber, ob mein Alter ein Problem ist.
Keine Überlegungen, wie es finanziell weitergeht.
Nur wir beide in der Küche.
Und vielleicht ist genau das manchmal genauso wichtig wie die nächste Bewerbung.
Denn morgen geht es wieder weiter.
Dann werde ich wieder am Laptop sitzen, Stellen suchen, Bewerbungen schreiben und darauf hoffen, dass irgendwann die eine Nachricht kommt, auf die ich schon so lange warte.
Aber heute durfte ich für ein paar Stunden vergessen, dass ich gerade auf Arbeitssuche bin.
Heute war kein spektakulärer Tag.
Kein großer Erfolg.
Keine bahnbrechende Nachricht.
Aber ich hatte einen schönen Vormittag mit meinem Sohn, wir waren beim Tennis, haben gelacht, neue Bälle bestaunt, Pasta eingekauft und gemeinsam gekocht.
Und irgendwann denke ich mir:
Vielleicht ist genau das gerade mein Glück.
Nicht das große, perfekte Leben.
Sondern ein ganz normaler Tag, an dem man mit seinem Sohn Tennis spielt, neue Bälle bestaunt, Pasta einkauft und abends gemeinsam in der Küche steht.
Heute einfach mal:
Sohn. Tennis. Pasta. Sportschau. Gemeinsam kochen.
Und ganz ehrlich?
Das war ziemlich gut.
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