Donnerstag. Husten, Bewerbungen und ein ziemlich unfassbarer Fehler
Was für ein Tag.
Die Nacht war wieder schlimm. Eigentlich bin ich seit fünf Uhr wach. Husten, frieren, Tee trinken und versuchen, irgendwie durch die Nacht zu kommen. Die Grippe hat mich weiterhin ziemlich im Griff.
Trotzdem habe ich mich irgendwann an den Rechner gesetzt und angefangen, mich um Bewerbungen zu kümmern. Einige interessante Stellen gefunden, ein paar davon wirklich spannend. Zwei oder drei Sachen habe ich mir genauer angeschaut und werde morgen daran weiterarbeiten.
Heute war dafür körperlich einfach zu anstrengend.
Ich hoffe deshalb sehr, dass diese Nacht besser wird. Ich war extra noch einmal in der Apotheke und habe mich mit einem Schlaftrunk versorgt. Vielleicht hilft es ja, einmal ein paar Stunden am Stück zu schlafen.
Zwischendurch kam mir sogar kurz der Gedanke: Hoffentlich ist das nicht Corona.
Schon verrückt, wie schnell solche Gedanken kommen, wenn man seit Tagen krank ist.
Aber ich bin optimistisch, dass es jetzt langsam besser wird.
Beruflich gab es heute zwei Absagen.
Eine davon kam erstaunlich schnell. Ich hatte mich erst gestern beworben. Was ich daran allerdings gut fand: Die Absage war persönlich und tatsächlich begründet.
Der Inhaber hat bei der Position auf bestimmte Fachkenntnisse Wert gelegt, die ich so nicht im Hintergrund mitbringe. Das kann ich nachvollziehen. Wäre dieser Punkt anders gewesen, wäre die Stelle wirklich ziemlich geil gewesen.
Also abhaken und weitermachen.
Die zweite Sache hat mich dagegen weniger wegen der Absage beschäftigt, sondern wegen der Art und Weise, wie sie zustande gekommen ist.
Ich habe heute eine Absage bekommen, an der tatsächlich der komplette E-Mail-Verkehr eines anderen Bewerbers hing.
Eine Bewerbung auf eine Geschäftsführerposition.
Der Bewerber hatte sich offenbar erst am Tag zuvor dort beworben – und seine Bewerbung samt E-Mail-Verlauf wurde mir einfach mitgeschickt.
Das ist wirklich unfassbar.
Nicht nur, dass dort offensichtlich jemand beim Versand nicht aufgepasst hat. Wir reden hier um persönliche Bewerbungsunterlagen eines anderen Menschen. Und das Ganze passiert ausgerechnet bei einer Position auf Geschäftsführerebene.
Das hat mich schon ziemlich sprachlos gemacht.
Besonders interessant wird es, wenn am Ende derselben E-Mail dann auch noch ein Hinweis zum Datenschutz beziehungsweise zur DSGVO steht.
Da sitzt man davor und denkt sich wirklich:
Leute, ernsthaft?
Fehler passieren. Natürlich.
Aber es gibt Fehler, bei denen man sich fragt, wie so etwas überhaupt passieren kann. Und gerade bei Bewerbungsunterlagen sollte der Umgang mit persönlichen Daten eigentlich ziemlich weit oben auf der Prioritätenliste stehen.
Ich überlege tatsächlich, ob ich die betreffende Firma darauf aufmerksam mache. Nicht, um jemanden an den Pranger zu stellen, sondern weil ich wissen möchte, ob denen überhaupt bewusst ist, was da passiert ist.
Vielleicht mache ich das morgen.
Ansonsten bleibt nicht viel mehr zu sagen.
Der Sport fehlt mir weiterhin brutal. Ich würde wirklich gerne wieder laufen gehen, den Kopf freibekommen, Bewegung haben und einfach wieder dieses Gefühl bekommen, etwas für mich zu tun.
Aber momentan muss ich akzeptieren, dass mein Körper eine andere Meinung hat.
Also weiter Tee trinken, Medikamente nehmen, Bewerbungen schreiben und versuchen, langsam wieder auf die Beine zu kommen.
Morgen stehen ein paar wirklich interessante Bewerbungen auf dem Plan.
Und vielleicht – ganz vielleicht – ist diese Grippe dann endlich auf dem Rückzug.
Wäre mal schön.
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