Sonntagabend. Ein schweres Auf und Ab.

 Das Wochenende geht zu Ende. Und es war ein ziemlich wechselhaftes.

Gestern, am Samstag, ist mir vieles schwergefallen. Es gab diese Tage, an denen selbst die einfachsten Dinge mehr Kraft kosten, als sie eigentlich sollten. Heute war dagegen irgendwie alles anders.

Heute Morgen bin ich laufen gegangen.

Und es war richtig gut.

Wunderschönes Wetter, angenehm ruhig und einfach entspannt. Die ersten Kilometer waren zwar wieder nicht gerade leicht. Ich musste mich ziemlich durchbeißen. Aber irgendwann war ich drin und habe es einfach genossen.

Die Beine tun jetzt ordentlich weh, vor allem in den Oberschenkeln. Aber gut. Da muss man durch.

Schließlich habe ich es schon einmal geschafft, einen Halbmarathon zu laufen. Warum sollte es also nicht wieder funktionieren?

Vieles findet eben im Kopf statt.

Beim Laufen heute habe ich das wieder gemerkt. Die erste Hälfte war eher Kampf. Durchziehen, nicht stehen bleiben, weitermachen. Und irgendwann verändert sich etwas.

Man läuft einfach.

Man denkt nicht mehr über jeden Kilometer nach.

Man sieht Menschen, die ebenfalls unterwegs sind. Die Sonne. Die Tiere im Wald. Die Seen. Die Landschaft. Und plötzlich ist man irgendwo zwischen Gedanken und Bewegung. Fast schon in einer Art Trance.

Ich merke dann manchmal gar nicht mehr genau, wo ich eigentlich gerade entlanglaufe.

Und genau dort kommen die Gedanken.

Heute ging es irgendwann um die Vergangenheit. Um Dinge, die ich gemacht habe. Um Dinge, die ich vielleicht anders hätte machen können. Und natürlich auch um die Frage, was ich heute anders machen würde.

Vielleicht hätte ich mir früher mehr Zeit für mich nehmen sollen.

Vielleicht hätte ich manche Dinge nicht so wichtig nehmen sollen.

Vielleicht hätte ich früher stärker darauf achten sollen, was mir eigentlich guttut.

Und irgendwann kam mir beim Laufen der Gedanke:

Vielleicht sollte ich darüber ein Buch schreiben.

Ein Buch darüber, was man als Mann aus seinem Leben machen kann, gerade wenn man an einem Punkt angekommen ist, an dem man zurückblickt und gleichzeitig noch verdammt viel Leben vor sich hat.

Nicht als Ratgeber von oben herab.

Eher aus der eigenen Erfahrung heraus.

Was hätte ich heute anders gemacht?

Was würde ich heute anders machen?

Und vor allem: Was kann ich aus dem, was passiert ist, für die Zeit mitnehmen, die noch vor mir liegt?

Der Gedanke gefällt mir.

Vielleicht wird daraus tatsächlich ein neues Projekt. Morgen könnte ich damit anfangen.

Wobei ich eigentlich erst einmal ein anderes Projekt fertig bekommen möchte: die Briefmarkensammlung meines Vaters.

Ich hatte wirklich unterschätzt, wie umfangreich das Ganze ist. Das Thema ist unglaublich kleinteilig und dadurch extrem aufwendig. Jede Menge Material, das gesichtet, sortiert und bewertet werden muss.

Mein Plan ist deshalb weiterhin: morgen fertig werden.

Mal sehen, ob das funktioniert.

Und dann beginnt schon wieder eine neue Woche.

Montag.

Normalerweise ist das nicht unbedingt der Tag, auf den man sich freut. Diesmal gehe ich aber tatsächlich ziemlich positiv hinein.

Vielleicht passiert etwas Schönes.

Vielleicht kommt eine interessante Nachricht.

Vielleicht passiert auch überhaupt nichts.

Egal.

Ich werde morgen aufstehen, laufen, weitermachen und schauen, was der Tag bringt.

Das Wochenende war ein Auf und Ab.

Aber heute Abend gehe ich mit einem Lächeln in die neue Woche.

Und manchmal ist das schon ein ziemlich guter Anfang.

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