Kein guter Tag – aber morgen ist ein neuer Tag

 Heute war einfach kein guter Tag.

Schon die Nacht war schwierig. Wieder schlecht geschlafen, wieder viel zu viel Kino im Kopf. Gedanken, Szenarien, Dinge, die man eigentlich gar nicht denken will und die trotzdem irgendwann anfangen, ihre eigenen Filme zu drehen.

Und dann kam ausgerechnet heute Vormittag die Nachricht, auf die ich ganz sicher gerne verzichtet hätte: Absage.

Nicht irgendeine Absage, sondern für eine Position, die ich wirklich, wirklich gerne gemacht hätte. Job, Aufgabe, Umfeld – es hätte einfach gepasst. Vielleicht gerade deshalb tut es besonders weh.

Bitter.

Aber was soll man machen? Die Absage wird nicht dadurch besser, dass ich mich den ganzen Tag darüber ärgere. Und sie verändert auch nichts daran, dass ich weitermachen muss.

Also weiter.

Immerhin komme ich bei einem anderen Projekt Schritt für Schritt voran. Noch ist daraus nichts Konkretes geworden, aber es bewegt sich etwas. Und vielleicht ist genau das im Moment wichtig: nicht darauf zu warten, dass plötzlich alles gut wird, sondern die kleinen Fortschritte überhaupt wahrzunehmen.

Der Tag selbst blieb trotzdem zäh.

Ich bin irgendwann rausgegangen und schön spazieren gegangen. Einfach laufen, Luft bekommen, Gedanken sortieren. Es klingt banal, aber manchmal braucht es gar nicht mehr.

Und heute Abend hatte ich dann noch ein richtig gutes Gespräch mit einem Menschen, der mir sehr wichtig ist. Ein Gespräch, das gutgetan hat. Das mich wieder ein Stück aus dem eigenen Kopf herausgeholt hat.

Solche Gespräche sind unglaublich wertvoll.

Sie erinnern mich immer wieder daran, dass man den Kopf nicht hängen lassen darf. Dass es wichtig ist, rauszugehen. Sich zu bewegen. Luft zu schnappen. Sich nicht komplett von den schlechten Nachrichten des Tages bestimmen zu lassen.

Und dass das Leben eben nicht nur aus großen Entscheidungen, Bewerbungen, Absagen und Zukunftsängsten besteht.

Manchmal ist es ein Spaziergang.

Ein gutes Gespräch.

Ein Kaffee.

Ein Sonnenaufgang.

Oder ein paar Stunden Tennis mit dem eigenen Sohn.

Und genau darauf freue ich mich jetzt.

Morgen ist Freitag. Das Wochenende steht vor der Tür. Und mein Sohn kommt – beziehungsweise ich hole ihn ab. Allein das ist schon etwas, auf das ich mich richtig freue.

Wenn alles klappt, gehen wir am Wochenende wieder Tennis spielen. Und damit gibt es zumindest schon einen ziemlich guten Grund, warum das Wochenende besser werden darf als dieser Donnerstag.

Und morgen früh?

Da werde ich wieder den Halbmarathon angreifen.

Ich freue mich sogar darauf.

Darauf, früh aufzustehen, rauszugehen und vielleicht den Sonnenaufgang im Wald oder am See zu erleben. Diese ersten Minuten draußen, wenn der Tag noch ganz ruhig ist und man für einen Moment nichts erledigen, niemandem etwas beweisen und keine Antwort auf irgendeine Bewerbung erwarten muss.

Nur laufen.

Atmen.

Schauen.

Und dann mit einem anderen Gefühl in den Tag starten.

Vielleicht ist das gerade meine eigentliche Aufgabe: nicht jeden Tag gewinnen zu müssen. Es reicht manchmal, nicht aufzugeben.

Heute war kein guter Tag.

Aber er ist vorbei.

Morgen ist Freitag.

Und morgen gibt es wieder einen Sonnenaufgang.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog