Freitagabend. Eine Woche geht zu Ende.
Freitagabend.
Und heute war tatsächlich ein ziemlich guter Tag.
Er hat schon richtig gut angefangen. Sehr früh raus, Laufschuhe an und los. Es war kühl, ziemlich ruhig und auf den ersten Blick vielleicht nicht unbedingt das perfekte Wetter. Aber genau diese frühen Läufe haben etwas.
Wenig Menschen, wenig Ablenkung, dafür irgendwann dieser Moment, in dem die Sonne aufgeht.
Fantastisch.
Und wieder einmal habe ich gemerkt, wie gut Sport für den Kopf ist. Ein paar Kilometer laufen und plötzlich ist wieder etwas mehr Luft zwischen den Gedanken. Sport bringt wirklich Luft an die Birne.
Danach habe ich ein bisschen aufgeräumt, eingekauft und alles für das Wochenende vorbereitet.
Denn dieses Wochenende steht ein Projekt an, das ich jetzt wirklich einmal zu Ende bringen möchte: die Briefmarkensammlung meines Vaters.
Heute bin ich damit nicht so weit gekommen, wie ich eigentlich wollte. Ein bisschen Ablenkung hier, ein bisschen anderes da. Aber okay. Kein Weltuntergang.
Morgen geht es weiter.
Das Ziel ist klar: Bis Montag möchte ich mit dem Thema durch sein.
Nebenbei habe ich Bewerbungen geschrieben. Und tatsächlich war den ganzen Tag Ruhe. Keine Absage. Keine schlechte Nachricht. Ich dachte schon: Vielleicht geht dieser Freitag ja tatsächlich einmal ohne diese Überraschung zu Ende.
Dann kam 21:05 Uhr.
Eine Absage.
Freitag. 21:05 Uhr.
Ich glaube, damit haben wir einen neuen persönlichen Rekord erreicht.
Ganz ehrlich: Wer macht so etwas?
Besonders ärgerlich ist es, weil der Job wirklich richtig gut gewesen wäre. Eine Position, bei der ich dachte: Ja, das könnte es sein.
Aber gut. Absage ist Absage. Ärgern darf man sich trotzdem.
Morgen geht es weiter.
Briefmarken sortieren, bewerten, weitermachen.
Und natürlich laufen.
Mein Halbmarathon-Projekt muss langsam in die nächste Phase kommen. Im Moment lande ich meistens irgendwo bei 11 oder 12 Kilometern. Das ist zwar schon ordentlich, aber für 21,1 Kilometer reicht es natürlich noch nicht.
Also muss langsam mehr drauf.
Kilometer für Kilometer.
Vielleicht ist das überhaupt ein ganz gutes Bild für die aktuelle Situation.
Nicht alles passiert sofort.
Manchmal läuft man 12 Kilometer und weiß, dass noch 9 fehlen. Manchmal schreibt man Bewerbungen und bekommt eine Absage. Manchmal sitzt man vor einer riesigen Briefmarkensammlung und fragt sich, wann man damit jemals fertig werden soll.
Aber man macht weiter.
Morgen ist Samstag.
Erst einmal entspannen, Sport machen, am Projekt weiterarbeiten und ein bisschen den Kopf runterfahren.
Und dann geht es nächste Woche wieder von vorne los.
Vielleicht mit einer positiven Nachricht.
Vielleicht mit einem neuen Job.
Vielleicht einfach nur mit einem guten Lauf.
Mal sehen.
Jetzt freue ich mich erst einmal aufs Wochenende.
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